Je   rauer   die   Nächte,   desto   lauter werden die Glocken von Krampus und Perchten, die hierzulande seit jeher   gleichermaßen   für   Furcht und   Faszination   sorgen.   Der   düs - tere Geselle und Begleiter des hei- ligen   Nikolo   startet   wieder   in   die Saison.   Hinter   einem   fulminan - ten Lauf für Groß und Klein steckt aber eine lange Vorbereitungszeit. b - mann   Rene   Zettl   weiß,   wie   sich Sicherheit und Brauchtumspflege vereinen lassen. Atmosphäre 3 6 Vereine     aus     ganz     Österreich   werden   am   Samstag   (18.   Novem - ber, ab 18 Uhr) Rein wieder einen Abend     lang     zu     einem     Ort     der  
Teufel    machen.    Es    ist    die    sonst    so   friedliche Atmosphäre im Ort, die, in   Kombination   mit   der   kalten Jahreszeit,   den   Lauf   in   Rein   mitt - lerweile   zum   neunten   Mal   zu   ei- nem Fixpunkt im Veranstaltungs- kalender   macht.   Die   Planung   für so   ein   großes   Event   läuſt   aller - dings   das   ganze   Jahr   über.   „Wir schicken Einladungen an die Ver - eine aus und sprechen uns mit der Gemeinde und sämtlichen Behör - den   ab.   Das   alles   beginnt   schon, wenn    der    letzte    Lauf    vorbei    ist“,   verrät Zettl, der hauptberuflich in der   Pflege   tätig   ist.   Der   31-Jährige war selbst einmal Teil eines Kram - pusvereins,    hat    sich    dann    jedoch   dafür entschieden, hinter den Ku - lissen zu werken. Brauchtum Unterstützt       von       der       Familie   nimmt   er   den   Aufwand   gerne   in Kauf, denn Zettl liegt das Brauch - tum   am   Herzen.   „Gewisse   Tradi- tionen     müssen     aufrechterhalten  
werden. Bei Krampus- und Perch - tenläufen   kommen   die   Generati- onen   zusammen   und   haben   ih- ren   Spaß.“   Für   Zettl   selbst   dürſte es   sogar   ein   Mehr   an   Brauchtum sein.   „Ich   versuche   schon   lange, richtig 'alte' Krampusse zu bekom - men, um zu zeigen, wie es früher einmal    war“,    sagt    er    und    verweist   darauf, dass auch der finstere Ge - selle einem gewissen Trend nicht entkommen ist: „Ein Lauf ist eine Show.   Alles   ist   größer   geworden, mit   mehr   Feuer   und   mehr   Licht - effekten.   Die   Masken   sind   auch aufwändiger geworden. Das Publi - kum ist neugierig und will immer etwas Neues geboten bekommen.“ Sicherheit Damit am Tag X alles reibungslos funktioniert,   beginnt   er   für   die Veranstalter     recht     früh.     Stände   werden    aufgestellt,    Straßen    ge - sperrt,    Absperrungen    errichtet, die     Mitglieder     der     Krampusver - eine versorgt und der Ablauf mit
den     Obmännern     geklärt.     Am wichtigsten     sind     die     Gespräche   mit    Security,    Feuerwehr    und    Ret - tung. „Die Sicherheit der Zuseher muss jederzeit gegeben sein“, sagt Zettl. Aber auch für die Krampus - se   selbst   ist   ein   Lauf   nicht   unge- fährlich.    „Leider    Gottes    gibt    es immer   wieder   den   Fall,   dass   ein Krampus   sich   danebenbenimmt. Aber in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass sie selbst auch Schutz
brauchen. Die Masken haben dün - ne   Sehschlitze,   das   Blickfeld   ist eingeschränkt.     Und     es     gibt     viel   Jugend,   die   sich   gegenüber   den Krampussen   beweisen   will.“   Für ein    besonderes    Sicherheitsgefühl   sorgt,   vor   allem   bei   den   Kindern, der Nikolaus. „Der darf auf keinen Fall fehlen. Er bringt nicht nur Sü- ßes,   sondern   zeigt   auch,   dass   er alle    Krampusse    bändigen    kann“,   sagt Zettl. 
SN
Wie man das     Fürchten plant
Auch die Kinder freuen sich auf den düsteren Gesellen.
Die Krampus- und Perchtensaison ist nun eröffnet. Rene Zettl verrät, wie wichtig die gute Planung ist.
36 Vereine sorgen für einen spektakulären Lauf.
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